Reparaturbericht L-Spatz 55

Nachdem ab 28. April 1951 der Segelflug in Deutschland wieder erlaubt war, stieg in den Segelflugvereinen auch der Bedarf an einsitzigen Flugzeugen für den aufstrebenden Leistungssegelflug. Mit dem Spatz A entwickelte Scheibe - als zweite Konstruktion - die einsitzige Ergänzung zur Mü 13 E, Bergfalke I. Obwohl sich die Spatzen als sehr wendig auszeichneten, hatten sie aufgrund ihrer geringen Flügelschränkung (ausgenommen L-Spatz III) die schlechte Eigenschaft, bei überzogenem Flugzustand - ohne besondere Vorwarnung - über die Fläche abzukippen und ins Trudeln überzugehen. Dieser Zustand konnte jedoch durch schnelles Gegenseitenruder (Standardverfahren) sofort beendet werden. Die Baureihe Spatz war mit rund 500 gebauten Exemplaren das erfolgreichste Segelflugzeug der Firma Scheibe-Flugzeugbau GmbH. Charakteristisch für die Spatzen war das "Pfeifen", welches durch die Querruderspalte ausgelöst wurde.
Zahlreiche Spatzen sind in Museen ausgestellt oder werden von Privatpersonen und Vereinen flugfähig erhalten. Seit 1984 (am Flugplatz Kempten-Durach) findet jedes Jahr ein Spatzentreffen statt

Allgemeine Charakteristiken

  • Schulterdecker, Spannweite 15 m
  • max. Startmasse: 265 kg
  • Bestes Gleiten: 29 bei 73 km/h
  • Geringstes Sinken: 0,68 m/s bei 64 km/h
  • Erstflug: 1954
  • Serienbau: bis 1962
  • Gebaute Exemplare (alle Spatzentypen):
    ca. 300 in Deutschland,
    ca. 155 in Frankreich von der Fa. Avialsa als A.60 Fauconnet
    ca. 15 Exemplare bei Meteor in Italien als MS-30 L Passero

Wir werden dem Spatz wieder in die Luft helfen. Dabei auch behutsam das Original (eckige Haube und Rumpf) wieder hervorholen.

01.09.2019

Die ersten Arbeiten sind das Sortieren alter L-Akten und Papiere, erste Kontakte mit dem Prüfer, Erstellen eines Befundberichts und Arbeitsplans.
Das Flugzeug muss komplett ausgezogen werden, an diversen Stellen auch die Beplankung geöffnet- erst dann kann der Prüfer das erste Mal aktiv werden - und dann geht's auch los.

01.10.2019

Begonnen werden soll mit den Rudern. Deshalb werden jetzt vorab die Rudermomente ermittelt um später vergleichen zu können. Dann alte Bespannung runter, Beplankung auf Schäden checken, Verleimungen und Rippen prüfen und schliesslich dem Prüfer vorstellen.
Erst danach kann mit dem Bespannen begonnen werden.

Im zweiten Abschnitt kommen die Flächen dran.

Als letztes dann der Rumpf. Deshalb so spät, weil hier Teile wie Batterie, neue Instrumente, Funk/Flarm, Gurte, Kupplungen verbaut werden. Es macht wenig Sinn das alles anzuschaffen und dann jahrelang liegen zu lassen.

20.10.2019

Das Rudermoment des SR wird vorab ermittelt.

Die Formel ist M (Rudermoment) = P (gewogene Last am Randbogen) x r (Tiefe des Ruders)

M= 0,572 x 67 cm = 38,324 cm/kg = Rudermoment vor der Überholung

22.10.2019

Das Rudermoment des HR wird vorab ermittelt.

Die Formel ist M (Rudermoment) = P (gewogene Last am Randbogen) x r (Tiefe des Ruders)

Mlinks= 0,380 x 30 cm = 11,400 cm/kg = Rudermoment vor der Überholung
Mrechts= 0,381 x 30 cm = 11,430 cm/kg = Rudermoment vor der Überholung

Nun wird bei Seitenruder und Höhenruder die Bespannung entfernt. Auffällig war, dass jeweils die Enlüftungslöcher unten zubespannt waren. Nach dem Entfernen der Bespannung fand ich die Löcher, allerdings völlig mit Klebelack verschlossen und zu klein.
Mit einem Bohrer habe ich sie geöffnet- künftig werden sie wieder funktionieren.

02.11.2019

Die Höhenruderflosse ist gefüllert und blau lackiert. Diese Schichten werden vorsichtig abgeschliffen.

Etwa ein Drittel - (der Beschlagteil) ist oben und unten mit Glas belegt. Hier werde ich auch den Rest laminieren, dann kann direkt darauf lackiert werden.
Die fehlenden Entlüftungslöcher auf der Unterseite werden ergänzt.

30.12.2019

Die Querruder sind gefüllert und gelb lackiert. Diese Schichten werden vorsichtig abgeschliffen.

Kleinere Schäden sind vorhanden und werden ausgeschäftet.

Hierbei wird der Schäftdeckel und neben der ruderseitigen Schrägung mit Tesa abgeklebt. So lassen sich später die Nagelleisten besser entfernen. Zusätzlich kommt noch eine Folie über den Deckel / unter die Nagelleisten

15.01.2020

Beim zweiten QR sind beim Schütteln deutliche Bröselgeräusche zu hören. Sicherheitshalber wird die Beplankung vom Beschlag bis zum inneren Ende des Ruders entfernt. Optisch eine Katastrophe - aber die Rippen sind auch hier fest und mit der Beplankung verbunden. Ein Zeichen wie gut der Aeroduxleim verbindet.

Trotzdem werden in diesem Bereich die Rippen neu verleimt und die Beplankung komplett ersetzt.

Weiter aussen findet sich ein Laminatflicken, der (dem Klopfen nach) recht dick ist. Auch ist das Sperrholz um die GFK Stelle stark angeschliffen. Wir entscheiden, auch hier die Beplankung zu entfernen. Wenn schon Grundüberholung, dann richtig.

Der ausgesägte GFK Fleck ist wie erwartet sehr schwer. Holz und Rippen darunter sind tadellos. Man sieht an der Unterseite des Fleckens auch die Ursache - die Sperrholzbeplankung war gebrochen und wurde mit Glas und viel Spachtel zugeschmiert.

Wir werden das komplette Beplankungsfeld ersetzen.

26.01.2020

Zuerst wird die Beplankung entfernt, darunter gesäubert. Dann brauchen wir an den Schäftkanten Unterleimer aus Pappelholz. Das ist das leichteste.

Jetzt werden die Schäftungen angeschrägt, ca. 1,5 cm breit - das genügt bei einer Holzstärke von 1mm.

Damit später die Nagelleiste nicht anpappt, kommt beiderseits der Schäftung ein Tesastreifen drauf.
Durch die Verpressung austretender Aerodux kann dann leicht entfernt werden.

Über das Ganze dann noch ein Stück Folie, welches aus dem Spalt austretenden Kleber von den Nagelleisten und Pressklemmen abhält.

Die Nagelleisten sind Sperrholzstreifen aus dem Verschnitt. Am besten lassen sie sich mit einem Akkutacker festpressen. Diese Leisten sind oberhalb der Folie, genauso wie die Leimklemmen.

Jetzt heisst es warten bis es trocken ist.

03.02.2020

Eine dünne Glasfasermatte (35g/m2) wird beiderseits auflaminiert und mit Abreissgewebe abgedeckt. Das wird nach dem Trocknen wieder entfernt und hinterlässt eine super Oberfläche.
Scheint mir sinnvoll, da auch beim Querruder die oberste Schicht der Sperrholzbeplankung durchgeschliffen ist. War ich nicht - will es aber möglichst heilen.
Fa. Sammet überzieht bei GÜ alle Beplankungen so. Also sollte es auch beim Spatz taugen.

Ich erhalte eine harte, feste Oberfläche die nach dem Verputzen direkt lackiert werden kann.

01.06.2020

Die Höhenflosse wird feingeschliffen - Vorbereitung fürs Lackieren.
Die Beschläge werden gereinigt - Korrosion war nicht feststellbar - und mit einem Schutzlack versehen.

Nächster Schritt ist jetzt die Begutachtung von Seitenruder, Höhenruder und Flächen im Rohzustand durch den Prüfer. Wir benötigen die Freigabe zum Bespannen und Lackieren. Termin ist auf den 27.06.2020 angesetzt.

27.06.2020

Prüfer M. Zwick hat Höhen-und Seitenruder zum Bespannen und Lackieren freigegeben.
Bei den Tragflächen muss als nächstes der alte Lack und Spachtel entfernt werden, Beschläge und Ruderstangen ausgebaut, entlackt und konserviert werden. Nach dem Wiedereinbau steht die nächste Beschau an.

12.7.2020

Ein Höhenruderteil hat eine Beschädigung an der Torsionsnase. Die Beplankung wird entfernt bis zum Holm/nächste Rippe.

Damit hier richtig geschäftet werden kann sind Unterleimer nötig, die aus 1x1 cm Pappelholz gefertigt werden. (Besonders leicht)

Vorher beschriften spart Zeit beim späteren Verkleben...
Nun wird der spätere Schäftbereich mindestens im Verhältnis 1:10 angeschrägt - sowohl bei der Unterlage wie auch beim Aufleimer.

Sowohl bei der Unterlage als auch beim Aufleimer wird mit Tesa abgeklebt, um herausgepressten Leim später leicht entfernen zu können. Als Kleber wird Aerodux verwendet, beidseitig aufgetragen.

Eine Plastikfolie wird über die Klebstelle gelegt, um später die Nagelleisten nicht mitanzukleben.

Die bestehen aus schmalen Sperrholzstreifen die einfach im Bereich der Unterleimer angetackert werden. Es genügt eine geringe Schlagkraft. Wir wollen nichts beschädigen...

Jetzt wird ausreichend Zeit gegeben - erst entfernen wenn der Leim ausgehärtet ist!!

Die Klammern werden mit einem kleinen Schlitzschraubendreher gelockert und dann mit dem Klammerheber entfernt. Zuletzt noch die Tesastreifen abziehen und die Übergänge verschmirgeln.

20.07.2020

Jetzt steht Bespannen der HR u SR an. Ich verwende (für den kompletten Flieger) Ceconite 102.

Alle Ceconite Arbeiten folgen dem Manual 101. Die Verarbeitungsanweisung des Herstellers, anerkannt durch die FAA, damit auch EASA und letztlich LBA. So wird als Kleber an den relevanten Bereichen der Super Seam verwendet. (Holm, Endleiste, Randbogen) Rippen, Aufleimer usw. mit Klebelack. Wäre anders auch nicht möglich, da der Super Seam sehr schnell trocknet u dann nicht mehr klebt.

Hier mal einige Bilder

Zuerst die Rippen 2-3x mit Klebelack einstreichen.

Der Super Seam wird erst am Holm ca. 5cm breit aufgetragen und dann sofort die Bespannung aufgebracht. Selbes bei der Endleiste. Dann Wurzelrippe und Randbogen.

Jetzt mit Bügeleisen vorsichtig spannen und dann die Rippen mit Nitro-Verdünnung durchreiben.
Nochmal ausführlich bügeln.

3 Schichten Spannlack - die erste unverdünnt, die anderen 50% verdünnt - dichten das Gewebe ab, damit später kein (schwerer) DD-Lack einsickert.

Interessehalber habe ich für die kleinen Teile ein paar ganz schlimme Reste verwendet - einfach mal um zu sehen ob das auch noch funktioniert. Und ja - es hat geklappt....

Das am Rand überstehende Gewebe wird umgeschlagen und verklebt. So werden auch die Ränder dicht.

3 Schichten Spannlack - die erste unverdünnt, die anderen 50% verdünnt - dichten das Gewebe ab, damit später kein (schwerer) DD-Lack einsickert.

01.08.2020

Nun kann lackiert werden.

Zuerst wird der transparente DD-Lack aufgebracht und muss gut trocknen. Oben und unten.

Der transparente Lack wird nur im Rippenbereich aufgespritzt. Als nächstes wird abgeklebt. Die zweite Schicht wird weiss - eigentlich für alle Farblackierungen der perfekte Untergrund, die Farben wirken strahlender. Zuerst werden die Ränder mit einem hochwertigen Malertape abgeklebt, damit gewährleistet ist, dass keine Farbe in den transparenten Bereich einsickern kann. Dann wird der innere Teil abgedeckt. Hier kann jetzt mit billigem Kreppband getapt werden.

Die Deckschicht soll rot werden. Hierfür ist ein dritter Spritzgang nötig.

Ein Riesenaufwand, den man sich eigentlich nur leisten kann, wenn mans selber macht.

10.8.2020

Hier nun die Decklackierung - rot... -

Höhenflosse u Ruder

14.08.2020

Last not least - die Ruderwägung:

Das Seitenruder

Die Formel ist M (Rudermoment) = P (gewogene Last am Randbogen) x r (Tiefe des Ruders)

M= 0,572 x 67 cm = 38,324 cm/kg = Rudermoment vor der Überholung
M= 0,577 x 67 cm = 38,659 cm/kg = Rudermoment nach der Überholung
 -- praktisch gleich

Das HR:

Die Formel ist M (Rudermoment) = P (gewogene Last am Randbogen) x r (Tiefe des Ruders)

Mlinks= 0,380 x 30 cm = 11,400 cm/kg = Rudermoment vor der Überholung
Mrechts= 0,381 x 30 cm = 11,430 cm/kg = Rudermoment vor der Überholung
Mlinks= 0,377 x 30 cm = 11,310 cm/kg = Rudermoment nach der Überholung
Mrechts= 0,375 x 30 cm = 11,250 cm/kg = Rudermoment nach der Überholung
-- praktisch gleich

Jetzt kann das Höhenruder montiert werden, dann werden die Ruder erstmal eingelagert

20.8.2020

Nun geht es mit den Flächen weiter. Der Prüfer will sie vor dem Bespannen noch mal sehen - aber bis dahin gibt's noch reichlich Arbeit.

Alle Beschläge, alle verbauten Rohre und Schubstangen, Drehstangen müssen ausgebaut, gereinigt und neu konserviert werden. Lack und Spachtel werden abgeschliffen, Verleimungen kontrolliert. Eventuell nachgeleimt, kleine Beplankungsschäden geheilt.

Auf geht's!

Begonnen wird mit der rechten Fläche. Sie steht aufrecht, so kommt man beidseitig an die Beschlagschrauben dran. Ein erstes Hindernis ist leider der Zugang hinter der Wurzelrippe. Die Beplankung muss auf der Unterseite geöffnet werden. Die Bremsklappen werden abgebaut

Bei den Bremsklappen wird schnell klar - nur abschleifen ist da nicht - alter Lack und Beplankung sind rissig - das Holz würde Unmengen Lack aufsaugen. Ich entscheide mich sie nach dem Abschleifen mit einer dünnen Glasschicht (35g/m2) zu überziehen. Leicht und sauber.

Damit gehts jetzt weiter
Damit gehts jetzt weiter

September bis Dezember 2020

Die Öffnung an der Wurzelrippe/ Unterseite Fläche wird (nachdem die Beschläge u Schubstangen gereinigt, entlackt und neu grundiert wurden) wieder geschlossen. Schäftmass > 15%, da genug Platz. Vorgeschrieben sind >10% der Beplankungsstärke mm in cm Schäftmass.

Vorher müssen allerdings noch Unterleimer eingeklebt werden, die die Schäftung stabilisieren. Sie sind so breit wie das Schäftmass und ca. 1 cm dick. Hier also 2,5x1xLänge der Schäftung. Die Unterleimer sind idealerweise aus Pappelholz. Es ist leicht und springt nicht beim Nageln.

Das Heizkissen und nochmal ein Polster oben drauf beschleunigen den Aushärtprozess von Aerodux. 17 Grad werden mindestens benötigt, aber mehr ist besser.
Nun kommt wie besprochen Reinigen, Entlacken und neu Konservieren aller Metallteile da drin. Auch hier kann der Raumtemperatur mit einen Heizkissen nachgeholfen werden. Heizlüfter mag ich nicht so gern unbeaufsichtigt

Das Zuschäften geht folgendermassen:

*  Der neue Deckel wird zugeschnitten, natürlich um das Schäftmass grösser als der alte. Die Unterseite wird genauso wie vorher die Oberseite angeschrägt. Also hier ca. 2,5-3 cm.

*  Ein Tesastreifen wird oberseits am Deckelrand rundrumgeklebt. Ein weiterer anschliessend auf die Unterlage. So gelangt austretender Kleber (durch die Verpressung) nur aufs Tesa und kann leicht vom Holz entfernt werden.
  • Jetzt wird Aeroduxkleber beiderseits rund herum aufgetragen und der Deckel ausgerichtet.
  • Nun wird ein Stück Folie, grösser als die Reparaturstelle, darübergelegt. Sie verhindert das Ankleben der Nagelleisten. Und Verunreinigung unseres Heizkissens.
  • Die Nagelleisten sind einfach ein paar Streifen Sperrholzreste, die nun mit dem Akkutacker angepresst werden. Geht natürlich auch mit Nägelchen, aber ich bin faul...
  • Wie gehabt, Heizkissen und Polster drauf und gut aushärten lassen.

Auftretende "Akutprobleme" an anderen Baustellen verhindern derzeit ein zügiges Weiterarbeiten.
So wird Stück für Stück alte Farbe, Spachtel, Füller abgeschliffen. Immer wenn Zeit ist...

Richtig auffällig ist der Flächenendklotz. Der wird so nicht bleiben!!!

eher so:  

01.08.2021

Viele andere Baustellen waren im ersten Halbjahr vordringlich. Nun soll es also weitergehen. Inzwischen hat auch der Prüfer sein OK zum Bespannen und Lackieren der Flächen gegeben.

Folgende Erläuterungen sind für unsere weiteren Arbeiten beim Bespannen sehr wichtig:

Das LBA hat vor geraumer Zeit das Rundschreiben RS01-41/99-2 in der die Bespannung mit Ceconite geregelt war zurückgezogen. Somit war mit diesem Material nur mehr die amerikanische FAA Zulassung gültig. Beschrieben im Ceconite Procedure Manual 101 nachdem wir auch die Leitwerke bespannt haben. Leider ist diese Methode teuer und qualitativ nicht so gut wie die alte Methode.
Nun haben sich in Deutschland zwei LTBs (Eichelsdörfer und Sammet) der Sache angenommen und eine abgewandelte durch das LBA geprüfte Bespannmethode für Ceconite entwickelt. Die Unterschiede liegen vor allem in der Zusammensetzung des Klebelacks und Spannlack wird durch eine Versiegelung ersetzt die das Gewebe abdichtet.
Ende Juli diesen Jahres erwarb ich in einem Workshop der Fa. Eichelsdörfer einen Sachkundenachweis zum Verarbeiten dieser neuen Produkte. Die Arbeitsanweisung AR01-2019 und das Supplemental Type Certificate (STC) 10069697 Rev 1 der EASA regeln die Verarbeitung dieser neuen Methode Weitere Erläuterungen dazu in der Technischen Mitteilung TM 005-18-Rev.03.

Nun also zu den Bespannarbeiten.

02.08.2021

Zuerst wird der Arbeitsbereich gereinigt und die Flächenheling aufgebaut. Natürlich hätten es auch 4 Böcke getan, aber wenn wir die schon haben...

Die vorbereitete Fläche wird daraufgelegt, die Klebelackzonen werden aufgemalt mit Forstkreide. So sieht man später durch den Stoff wo mit Verdünnung durchgerieben werden soll.

Nun wird unten und oben mehrfach Klebelack aufgetragen. Je nachdem wie dick gestrichen oder gespritzt wird können es ca. 3 Schichten werden. Wenn es schön speckig glänzt ist es gut.

Leider dauert das ganz schön lange - so ne Fläche ist halt doch gross.... WICHTIG: Die Klebelackschichten müssen vollständig abgetrocknet sein bevor die nächste draufkommt.

03.08.21

Eigentlich wollte ich ja in einem Stück rundherum bespannen. Geht aber nicht. Fläche zu tief. Also habe ich zuerst unterseits vom Holm bespannt. In einem späteren Schritt wird dann unterseits vom Holm über die Torsionsnase nach oben und bis hinter zur Endleiste gemacht. So vermeide ich eine Nahtstelle an der Nasenleiste.

Zuerst ein letzter Klebelackauftrag - es sind jetzt drei. Dann Gewebe drauf und grob zugeschnitten. Dazu habe ich es an der Endleiste mit Leimzwingen fixiert. Dann schön ausgerichtet und gespannt. Mit MEK (Verdünnung - kein Aceton nehmen!) werden die Klebelack behandelten Stellen überstrichen und dann durchgerieben. Als Hautschutz verwende ich 2 Paar extrafeste Melkhandschuhe (Einweg) - Verdünnung wird auch über die Haut aufgenommen und ist nicht gesund!

Wenn das gut getrocknet ist wird mit der Heissluftpistole 230 Grad vorsichtig Falten herausgespannt und grob der Stoff gespannt. Noch nicht bügeln! Kontrolle ob überall der Kleber gut verbunden hat, evt. Nochmal mit MEK überstreichen und durchreiben.

Als nächstes wird die Fläche umgedreht.

06.08.2021

Trotzdem der Spatz ziemlich gerade Rippen an der Unterseite hat, vernähe ich sie. Nicht so viele Punkte wie bei anderen, unten stark gewölbten Rippen, aber jede Rippe doch 2x. Die Spatz Fläche ist nicht sehr tief, da reicht das.

Danach wird das Fadenende mit Knoten mit einem Tropfen Klebelack gesichert. Diese Knoten gehen nicht mehr auf...

Das an der Endleiste überstehende Ceconite wird jetzt umgeschlagen und an der Oberseite der Endleiste verklebt. Klebelack war ja schon drauf - es muss nur noch mit Verdünnung durchgerieben werden. Jetzt ist hinten alles dicht - kein Holz schaut raus, keine Feuchtigkeit kann eindringen.

Nun will ich auch noch den Leimtyp mit dem die Fläche/Rippen verleimt ist dokumentieren. Das erscheint mir zunehmend wichtig, da es immer mehr Probleme mit der Haltbarkeit von Kaurit verleimten Teilen gibt. Nun - die Spatz Flächen sind, wie auch die Leitwerke mit Aerodux verleimt. Alle Rippen sind fest, die Beplankung ist sauber verklebt.

Abschliessend wird jetzt nochmals alles ausgesaugt, später kommt man nicht mehr dran.

10.08.2021

Jetzt wird zugemacht - Das Ceconite für die Oberseite wird an der Endleiste verklebt und über die Torsionsnase herum bis zum Holm unterseits gezogen. So vleibt die Stossstelle unsichtbar.

Das Procedere ist immer das gleiche - noch einmal mit Klebelack vorstreichen, Gewebe auflegen, mit Verdünnung durchreiben. Nach dem Trocknen wird mit der Heissluftpistole (230 Grad) grob gespannt. Die Falten rausgezogen, noch nicht verklebte Stellen durchgerieben, wieder Trocknen.

Die Oberseite ist soweit fertig, gebügelt wird aber erst kurz vor der Versiegelung. Nun wird die Fläche abermals gedreht, dasselbe jetzt wie beschrieben auf der Unterseite. Der Stoss ist entlang des Holmes.

16.08.2021

Der Stoss der Bespannung längs des Holmes wird mit Zackenband abgeklebt und sauber mit Verdünnung durchgerieben. Ebenso die unteren Rippen, da hier ja vernäht wurde und der Faden geschützt werden muss.

17.08.2021

Jetzt kann endlich gebügelt werden um das Ceconite final zu spannen. Einstellung ist bei meinem Bügeleisen etwas über "Wolle".

Nun wird die Eich-Air Versiegelung aufgebracht. Diese ersetzt den früher üblichen Spannlackanstrich. Der Zweck ist der selbe - er verhindert das Einsickern der Farbe in das Gewebe. Es ist auch nur noch ein Anstrich nötig. Bei Spannlack wurde 2x gestrichen. Natürlich kann die Versiegelung auch gespritzt werden - ich habe es halt gestrichen.

Die Versiegelung gibt es in transparent und in einem Rotstich. Diese ist vorzuziehen, wann immer die bespannten Teile später mit einem Decklack überzogen werden. Ausnahme ist transparent. Das würde blöd aussehen. Durch die leichte Rötung lässt sich ausgezeichnet sehen, wo und wie gleichmässig gestrichen wurde.

Da unser Spatz aber transparent werden soll verwende ich die farblose Variante...

19.08.2021

Die Flächenunterseite ist mit der Versiegelung eingelassen. Es gibt noch raue Stellen, z.B. entlang der Zackenbänder, eingeschlossene Staubfussel usw. Diese werden mit einem 400er Schleifpad geglättet. Genauer es wird über die gesamte Oberfläche ganz leicht übergeschliffen. Nur zum Glätten. Danach werden die Zackenbänder nochmal überstrichen.

Das ganze Procedere wiederholt sich natürlich auf der Flächenoberseite.

01.09.2021

Nun wird lackiert. Weil insgesamt 4 Farben zum Einsatz kommen wird das eine Weile brauchen....

Zuerst wird die bespannte Fläche mit Klarlack gespritzt. Also nur der Bereich "Rippenfelder". Hier muss auch nichts abgeklebt werden.

Nach dem Trocknen wird nun der Bereich "Rippenfelder" entlang der Beplankungsgrenze abgeklebt. Zusätzlich noch ein schmales Malertape das einen zusätzlichen cm zudeckt. Das kommt nach der Grundierung wieder weg. So vermeide ich dann beim Decklack einen dicken Rand.


03.09.2021

Genau das gleiche auf der Flächenunterseite.

Nun wird eine dünne weisse Lackschicht aufgespritzt - zur Grundierung. Weiss als Untergrund lässt die Farben später schöner leuchten.

Deutlich sieht man die abgeklebte Fläche. Nach dem Trocknen wird nun das schmale Tape abgezogen.

Genau das gleiche auf der Flächenunterseite.

06.09.2021

Der Bereich um den Klappenkasten, zwischen den Rippenfeldern und Teile des Querruders werden hell-elfenbein. Sonst wird später das Rot zu dominant.

Genau das gleiche auf der Flächenunterseite.

15.09.2021

Final kommt jetzt noch die rote Decklackierung drauf. Nach dem Trocknen wird die Abklebung entfernt - ein bisschen wie Geschenk auspacken....

15.10.2021

Die Querruder und die Bremsklappen werden lackiert. Kaum zu glauben, aber es war ein Riesenaufwand für die kleinen Dinger....

31.10.2021

Die Bremsklappen werden montiert.

04.11.2021

Das Querruder wird montiert

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